Terror im Zug – Kinder und die Sexualisierung

4. Juli 2009 by Adrian

Bisher hatte ich immer gedacht, ich sei ein besonnener, ausgeglichener Mensch, den so leicht nichts schockieren kann. Bisher dachte ich auch immer, die von Kulturpessimisten, Konservativen und religiösen Fundamentalisten an die Wand gemalte Sexualisierung der Gesellschaft, sei ein hochgespielter Popanz. War ich zu naiv?

Gestern jedenfalls habe ich im Zug von Berlin ins heimische Brandenburg eien Begebenheit erlebt, die mich, wenn zwar nicht schockiert, aber doch ziemlich fassungslos gemacht hat. Den Rest des Beitrags lesen »

Scrat und die alltägliche heterosexuelle Propaganda

4. Juli 2009 by Adrian

Wie ich schon einmal erörtert habe, sind Kinofilme, und zwar auch Kinderfilme, Brutstätten heterosexueller Propaganda. Es scheint für die Filmemacher eben besonders wichtig zu sein, schon Kinder zu suggerieren, dass nur die Heterosexualität ein vernünftiger, anständiger Lebensstil ist.

Ausgerechnet Ice Age 3 setzt dem ganzen jetzt die Krone auf. Der putzige Scrat, jenes nach Eicheln verrückte Säbelzahnhörnchen, verknallt sich. Dass es sich beim Objekt der Begierde ausgerechnet um ein Mädchen handelt, hat vermutlich mit der allgegenwärtigen “Homosexualisierung der Gesellschaft” zu tun.

Man schaue selbst:

Dermaßen erotisierte Szenen kann man Kindern natürlich antun. Aber wehe, in einem Kinderbuch verliebt sich ein junger Prinz in einen anderen Prinzen. Dann ist natürlich der Teufel los.

Liebe ist alles was zählt

3. Juli 2009 by Adrian

Irgendwann, in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft, werden die Menschen zurückschauen und sich schämen. Sie werden sich schämen und sich fragen, wie es möglich war, dass man Menschen die sich liebten diskriminiert, verhöhnt und ermordet hat. Sie werden darüber den Kopf schütteln und sich wundern, was denn nur mit einer Menschheit los war, die einer der fundamentalsten und schönsten menschlichen Eigenschaften, der Liebe, mit Unverständnis und Hass begegnet ist.

Bis es soweit ist, freue man sich darüber, wie weit Lesben und Schwule auf ihrem Weg zur Gleichberechtigung und, ja, Menschwerdung bereits gekommen sind. Man freue sich z. B. an der kleinen Geschichte wie sie etwa Jennifer Vanasco erlebt hat1: Den Rest des Beitrags lesen »

Piusbrüder gegen Nazi-Schwule

3. Juli 2009 by Adrian

Dass die Piusbruderschaft gehörig einen an der Klatsche hat, ist nichts Neues. Und so ist es auch kaum überraschend, zu hören, dass sie nicht nur einen an der Klatsche hat, sondern auch aus vollkommene Deppen besteht:

“Wie stolz sind wir, wenn wir in einem Geschichtsbuch lesen, dass es im Dritten Reich mutige Katholiken gab, die sagten: ‘Wir machen diesen Wahnsinn nicht mit!’. Ebenso muss es heute wieder mutige Katholiken geben!”, heißt es in einem Aufruf der Piusbrüder zu einer Mahnwache gegen den CSD-Umzug am 1. August in Stuttgart, der in der neuen Ausgabe des “Mitteilungsblatts” der Gemeinschaft veröffentlicht wurde.

Da hilft wohl nur noch die Einweisung.

Im Namen der Diskretion – Über die Kunst intellektuell zu begründen, dass Schwule einem tierisch auf den Sack gehen

2. Juli 2009 by Adrian

Viel ist in den letzten Jahren von einer angeblichen “Homosexualisierung” der Gesellschaft gesprochen worden, ein Schlagwort, das für nicht wenige Lesben und Schwule bestenfalls wie ein müder Witz, schlimmstenfalls wie blanker Zynismus daherkommt. In der Schweizer “Weltwoche” hat sich Philipp Gut daran abgearbeitet, seinen Lesern zu erklären, warum diese Ansicht falsch ist, und es tatsächlich so etwas wie eine “Homosexualisierung” gibt.

Gut holt weit aus und beginnt seinen Artikel ausgerechnet mit dem neuen Film “Brüno” von Sacha Baron Cohen:

In der Schweiz startet «Brüno» am kommenden Donnerstag. Und auch hier gibt die Tunten-Satire, wie überall, bereits vor der Premiere zu reden. Die Meinungen der Voraus-Interpreten gehen merkwürdig auseinander: Während die einen den Film für eine «beleidigende» Attacke auf die Schwulen halten, sehen die andern in ihm eine «Entlarvung der Homophobie». Den Rest des Beitrags lesen »

Wie Indien sich humanisiert

2. Juli 2009 by Adrian

Lange genug hat es ja gedauert:

In Neu-Delhi hat heute ein indisches Gericht in einem Urteil “einvernehmlichen homosexuellen Geschlechtsverkehr” legalisiert. Wie der britische Sender BBC berichtet, wird mit dem Urteilsspruch ein 145 Jahre altes Gesetz aus der britischen Kolonialzeit aufgehoben, das gleichgeschlechtliche Beziehungen als “widernatürliches Vergehen” bezeichnete.

Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wie sehr ehemalige Kolonien ihre Mutterländer geliebt haben müssen, dass sie sogar deren idiotischste Gestze für eine ewig lange Zeit nach der Unabhängigkeit beibehalten.

GayWest und die “Weltwoche”

2. Juli 2009 by Adrian

Dass ich das noch erleben darf: Eine Erwähnung dieses Blogs in der “Weltwoche”:

Das Umerziehungsexperiment stiess auf menschlichen Protest und tierische Gleichgültigkeit. Während eine österreichische Schwuleninitiative das Vorhaben scharf kritisierte, blieben die schwulen Pinguine total unbeeindruckt vom weiblichen Neuzugang aus Schweden. Sie hielten ihren Partnern die Treue. Was die homosexuelle Internetplattform Gay West über die «goldigen Pinguine» jubeln liess: Diese seien viel weiter als die Menschheit, «oder habt ihr schon mal was von schwulenfeindlichen Pinguinen gehört?»

Was Pinguine können, sollten Menschen auch dürfen – so etwa lautet der pädagogische Imperativ dieser Adoptionsgeschichte.

Vielen Dank dafür. Nur schade, dass es für eine Verlinkung nicht gereicht hat. Aber sei’s drum: GayWest wird sich bemühen, der “Weltwoche” auch künftig Gesprächs- bzw. Zitierstoff zu liefern. Zum Beispiel heute Abend, mit einem formidablen Verriss. Seien Sie gespannt.

(hat tip: The Gay Dissenter)

Im Wallis geht der Homo um

1. Juli 2009 by Adrian

Das Schweizer Gesundheitswesen gehört mit zu den besten der Welt. Es ist so gut, dass man dort sogar Heilmittel für Dinge kennt, die gar keine Krankheiten sind. So berichtet der im Kanton Wallis beheimatete Jungkatholik “Etienne” über das schweres Leiden seiner frühen Jugendjahre und der anschließenden Genesung:

“Als ich 13 war, erfasste mich eine schreckliche Krankheit: die Homosexualität. Doch Gott befreite mich vom Dämon”

Natürlich, das kann man von einem allmächtigen Gott ja wohl erwarten. Alles andere wäre ja auch zu enttäuschend. Angesichts dieser göttlichen Vollzugsmeldung könnte “Etienne” im Verein mit dem SVP-Jungkameraden Grégory Logean, Gott ja mal darum bitten, der Schweizer Bevölkerung eine etwas höhere Fruchtbarkeitsrate zu bescheren. Die liegt in der Eidgenossenschaft nämlich offensichtlich so niedrig, dass man befürchtet, bald von islamischen Babies überkrabbelt zu werden: Den Rest des Beitrags lesen »

Freiheit für Darius!

1. Juli 2009 by Adrian

Darius ist geübt darin, nicht aufzufallen. Er ist schwul, und auf Homosexualität steht in Iran die Todesstrafe. Mehr als 4000 Männer, die Männer lieben, wurden seit der Islamischen Revolution an Baukränen erhängt. Darius lebt in ständiger Angst vor dem Regime. Doch als der Verdacht aufkam, dass Ahmadineschad das Wahlergebnis gefälscht hatte, fühlte auch Darius sich betrogen. Er wollte sich nicht länger verstecken und demonstrierte. Er ging für Gerechtigkeit und mehr Freiheiten im Alltag auf die Straße.

Auch unter Mussawi als iranischem Präsidenten würde es keinen Christopher Street Day in Iran geben, keine Aids-Schleifen oder Gay-Clubs. Trotzdem erhoffte Darius sich von dem Reformer eine verbesserte Situation für die Schwulen im Land. “Mussawi hat uns Presse- und Meinungsfreiheit versprochen”, sagt er. Das könnte nach und nach zu größerer gesellschaftlicher Toleranz gegenüber Minderheiten führen.

Mehr hier.

Homophobe Weisheit des Tages

1. Juli 2009 by Adrian

Im Grunde genommen ist männliche Homosexualität genuin sexistisch. Die Abkehr des Mannes von der Frau, sei es in gesellschaftlicher, sexueller und finanzieller Hinsicht, kann eigentlich nur als eine verschärfte Form der Verachtung alles Weiblichen gesehen werden.